TuS Reichenbach 1908 e.V.
Die Geschichte des TuS Reichenbach 1908 e.V.
Angefangen hat das turnerische Leben im Verein am 18.August 1908,
als sich die Gründungsversammlung im Gasthaus "Geroldseck" zusammenfand, um den
Turnverein aus der Taufe zu heben.
Ein Jahr später wurde dem Turnverein ein Spielmannszug angegliedert. Oberste
Pflicht war es dabei, daß die Spielleute ihre Musikinstrumente selbst bezahlen
und sie sich dem Verein für mindestens 5 Jahre verpflichteten.
Die Tradition der Turnerwanderung wurde 1910 mit Ausmärschen begonnen.
Nachts wurden mit Pfeifen und Trommeln die Turnbrüder zur Wanderung zusammengerufen.
Erste Fasnachtsveranstaltungen wie auch weitere Eintragungen folgten 1911.
Nach dem ersten Weltkrieg übernahm Wilhelm Pfaff den Vorsitz des Vereins. Die
Führung kam unter strenge Hand und so wurde "Jeder, der 4x unentschuldigt fehlte,
auf Dauer aus dem Verein ausgeschlossen", so ein Passus aus der Satzung des Turnvereins.
Zur Erinnerung an die gefallenen Turnbrüder wurde eine Gedenktafel im Vereinsheim
angebracht welche noch heute hängt.
1930 gründete der Verein den "Schergassen-Johrmärkt".
Sportliche Schlagzeilen machte der Verein in den 30er Jahren mit den
Faustballern, zählte Reichenbach damals als Hochburg des badischen Faustballsports.
Etliche Gaumeisterschaften wurden sowohl von den Erwachsenen wie auch von der Jugend
gewonnen.
Im Jahr 1931 nahm das Frauenturnen im Verein seinen Anfang, als eine
Damenriege gegründet wurde.
1932 folgte die Einweihung des ersten Vereinsheims. Damals noch ein
einfacher Holzschuppen.
Durch den immer mehr aufkommenden Ballsport drohte das traditionelle Turnen zu verschwinden. Aus
diesem Grund wurde eine härtere Gangart eingeschlagen und gefordert: dass jeder Spieler auch
turnerische und gymnastische Übungen zu machen hat. "Wer dies nicht befolgt, spielt auch nicht!!"
Dennoch konnte die Entwicklung auch dadurch nicht aufgehalten werden. Besonders die Faustballer
erzielten beachtliche Erfolge.
Ein "finsteres Kapitel" liegt -wie fast überall- in den Jahren 1933 bis 1945. So wurde
eine Wehrsportabteilung gegründet, in welcher "Zucht und Ordnung" ganz groß geschrieben
wurde. Nach dem Krieg versammelte sich ein "Häuflein Idealisten" um Fritz Ketterer, um
den Turnbetrieb in Reichenbach wieder anzukurbeln.
1950 wurde der Turn- und Sportverein dann letztendlich offiziell genehmigt.
1956 wurde das zweite Vereinsheim eingeweiht.
die 60er und 70er Jahre zeigten einen weiteren Rückgang im Geräteturnen.
Fortan wurde mehr auf die Leichtathletik gesetzt.
Mitte der 70er Jahre wurde der erste "Geroldsecker Volkslauf", welcher
bis zu 2000 Sportler und Sportlerinnen nach Reichenbach brachte, gegründet.
1979 begann ein neues Kapitel, als die Kleinfeldspielanlage eingeweiht
wurde. In das gleiche Jahr fiel auch die Gründung der Tennisbabteilung.
Im Jubiläumsjahr 1983 zum 75-jährigen Bestehen gründete die Leichtathletikabteilung
des TuS den ersten Geroldsecker Marathon; damals eine gewaltige Aufgabe für den Turn-
und Sportverein.
Zusammen mit dem Jubiläum wurde auch das dritte Vereinsheim eingeweiht, nachdem
das bisherige Vereinsheim dem Fussballplatz weichen musste. Begonnen wurde mit dem
Bau von drei Sandplätzen für die Tennisabteilung.
1983 zählte der Verein rund 400 Mitglieder.
1989 traten fast alle Mitglieder der Leichtathletik-Abteilung aus dem
Verein aus und gründeten eine selbstständige "Laufgruppe Geroldseck".
Bauliche Veränderungen gab es nochmals 1991, als die Boule-Bahn und der
vierte Sandplatz mit Tribüne eingeweiht wurden.
Im April 1998 entstand erstmals eine Gerätekunstturngruppe, welche den
Verein auf turnerischen Wettkämpfen repräsentiert.
Heute besteht der Verein aus den zwei großen Abteilungen Turnen und Tennis.
2008 feierte der Verein sein 100-jähriges Bestehen